Weltdiabetestag am 14. November
Weltdiabetestag: Diabetes Typ 2 – Risiko-Test, Vorsorge und wer die Abnehmspritze bezahlt
Zum Weltdiabetestag am 14. November richtet sich der Blick auf Diabetes Typ 2 – eine Krankheit, die oft jahrelang unbemerkt bleibt. Wer sein Risiko kennen will, kommt mit einem kostenlosen Online-Test und dem Check-up beim Hausarzt weit. Die neuen Abnehmspritzen bezahlt die Krankenkasse meist nur bei Diabetes, nicht zum Abnehmen.
Redaktion TrendsHub ·
Das Wichtigste in Kürze
- Der Weltdiabetestag findet jedes Jahr am 14. November statt, dem Geburtstag des Insulin-Mitentdeckers Frederick Banting.
- Diabetes Typ 2 verursacht anfangs oft keine Beschwerden – viele Betroffene wissen jahrelang nichts von ihrer Erkrankung.
- Mit dem kostenlosen Deutschen Diabetes-Risiko-Test des DIfE lässt sich das persönliche Risiko in wenigen Minuten online abschätzen.
- Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf einen Check-up, bei dem auch der Blutzucker gemessen wird.
- Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro zahlen gesetzliche Kassen zur Gewichtsreduktion grundsätzlich nicht; bei Typ-2-Diabetes können GLP-1-Medikamente dagegen auf Rezept verordnet werden.
- Abnehmen um einige Kilo und regelmäßige Bewegung senken das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich.
Was ist der Weltdiabetestag und warum gibt es ihn?
Der Weltdiabetestag (englisch World Diabetes Day) wird jedes Jahr am 14. November begangen. Das Datum erinnert an den Geburtstag des kanadischen Mediziners Frederick Banting, der 1921 gemeinsam mit Charles Best das Insulin entdeckte. Ins Leben gerufen haben den Aktionstag 1991 die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) und die Weltgesundheitsorganisation; seit 2007 ist er ein offizieller Tag der Vereinten Nationen. Sein Symbol ist der blaue Kreis.
Die IDF stellt den Tag jeweils unter ein Leitthema, das auf ihrer Seite worlddiabetesday.org veröffentlicht wird. In Deutschland organisieren Fachgesellschaften, Selbsthilfeverbände wie diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Kliniken und Apotheken rund um den 14. November Informationstage, Vorträge und kostenlose Blutzuckermessungen. Termine in der eigenen Region finden sich meist bei örtlichen Diabetes-Selbsthilfegruppen, Krankenhäusern oder in der Lokalpresse.
Der Anlass ist ernst: Laut dem Diabetes-Atlas der IDF lebten 2024 weltweit rund 589 Millionen Erwachsene zwischen 20 und 79 Jahren mit Diabetes. In Deutschland sind nach Schätzungen der Fachgesellschaften rund neun Millionen Menschen betroffen, die große Mehrheit mit Typ 2. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von Menschen, die noch keine Diagnose haben.
Diabetes Typ 2: Welche Anzeichen gibt es und wer ist gefährdet?
Bei Diabetes Typ 2 spricht der Körper schlechter auf das Hormon Insulin an (Insulinresistenz), später lässt oft auch die Insulinproduktion nach. Der Blutzucker steigt dauerhaft. Anders als Typ-1-Diabetes, eine Autoimmunerkrankung, entwickelt sich Typ 2 meist schleichend – und bleibt deshalb häufig lange unentdeckt.
Mögliche Warnzeichen sind:
- starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Leistungsschwäche
- schlecht heilende Wunden, häufige Infekte, etwa der Haut oder der Harnwege
- Juckreiz, trockene Haut
- Sehstörungen
Viele Menschen haben aber gar keine Beschwerden. Das Risiko steigt vor allem mit:
- Übergewicht, besonders viel Bauchfett
- Bewegungsmangel
- zunehmendem Alter
- Diabetes bei Eltern oder Geschwistern
- Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten
- Rauchen
- einem Schwangerschaftsdiabetes in der Vorgeschichte
Unbehandelt schädigt ein dauerhaft hoher Blutzucker Blutgefäße und Nerven. Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Netzhautschäden bis zur Erblindung und das diabetische Fußsyndrom sein. Eine frühe Diagnose ist deshalb wichtig.
Diabetes-Risiko-Test: Wie hoch ist mein Risiko?
Einen ersten Anhaltspunkt liefert ein Online-Fragebogen. Der bekannteste in Deutschland ist der Deutsche Diabetes-Risiko-Test (DRT) des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Er ist kostenlos online verfügbar und auch über das Informationsportal diabinfo.de erreichbar.
Der Test fragt unter anderem nach Alter, Größe, Taillenumfang, Bewegung, Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, Bluthochdruck und Diabetes in der Familie. Daraus berechnet er, wie wahrscheinlich eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung in den nächsten Jahren ist. Eine Laboruntersuchung ist dafür nicht nötig. Für den Taillenumfang hilft ein Maßband: Gemessen wird in Höhe des Bauchnabels, im Stehen und ausgeatmet.
Eine Alternative ist der aus Finnland stammende FINDRISK-Fragebogen, den unter anderem die Deutsche Diabetes-Stiftung anbietet. Wichtig: Solche Tests ersetzen keine Diagnose. Wer ein erhöhtes Risiko angezeigt bekommt, sollte mit der Hausarztpraxis sprechen und den Blutzucker bestimmen lassen.
Vorsorge: Was zahlt die Krankenkasse?
Gesetzlich Versicherte haben nach Paragraf 25 Sozialgesetzbuch V Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung, den sogenannten Check-up:
- Ab 35 Jahren alle drei Jahre – mit Blutuntersuchung, bei der unter anderem Blutzucker und Blutfette bestimmt werden.
- Zwischen 18 und 34 Jahren einmalig – hier werden Blutwerte in der Regel nur bei erhöhtem Risiko, etwa Übergewicht oder familiärer Vorbelastung, untersucht.
Zum Check-up gehören außerdem ein Gespräch über Vorerkrankungen und Lebensstil, eine körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung und eine Urinuntersuchung. Die Kosten trägt die Kasse, eine Überweisung ist nicht nötig. Der Termin wird in der Hausarztpraxis vereinbart.
Für die Diagnose verwenden Ärztinnen und Ärzte vor allem diese Werte:
- Nüchternblutzucker ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l)
- Langzeitblutzucker HbA1c ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol)
- Zuckerbelastungstest (oGTT): zwei Stunden nach Trinken einer Zuckerlösung ab 200 mg/dl
Werte knapp darunter – etwa ein Nüchternblutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl – deuten auf einen Prädiabetes hin. Das ist ein Warnsignal, aber noch kein Schicksal: In dieser Phase lässt sich die Entwicklung zum Diabetes oft aufhalten.
Darüber hinaus bezuschussen die Krankenkassen zertifizierte Präventionskurse zu Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung, meist für bis zu zwei Kurse pro Jahr. Die genauen Zuschüsse unterscheiden sich je nach Kasse. Viele Kassen bieten zudem eigene Diabetes-Präventionsprogramme an. Privatversicherte sollten in ihren Tarifbedingungen nachsehen, welche Vorsorgeleistungen enthalten sind.
Wie kann ich Diabetes Typ 2 vorbeugen?
Diabetes Typ 2 ist zu einem großen Teil vermeidbar. Große Studien wie das US-amerikanische Diabetes Prevention Program haben gezeigt: Menschen mit Prädiabetes, die rund fünf bis sieben Prozent ihres Körpergewichts abnahmen und sich etwa 150 Minuten pro Woche bewegten, senkten ihr Erkrankungsrisiko um mehr als die Hälfte.
Bewährt haben sich vor allem:
- Bewegung: zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen an den meisten Tagen der Woche; dazu Krafttraining, weil Muskeln Zucker verbrauchen.
- Ernährung: viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn, wenig zuckerhaltige Getränke, Weißmehl und stark verarbeitete Lebensmittel.
- Gewicht: Schon wenige Kilo weniger verbessern die Blutzuckerwerte.
- Nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen.
- Ausreichend Schlaf – chronischer Schlafmangel begünstigt eine Insulinresistenz.
Wer bereits Diabetes Typ 2 hat, kann sich in das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes Typ 2 einschreiben. Es sieht regelmäßige Kontrollen, Schulungen und Untersuchungen von Augen, Füßen und Nieren vor. Für Menschen mit starkem Übergewicht hat der Gemeinsame Bundesausschuss außerdem ein DMP Adipositas beschlossen; ob es in der eigenen Region bereits angeboten wird, erfahren Versicherte bei ihrer Krankenkasse.
Abnehmspritzen: Was sind Wegovy, Ozempic und Mounjaro?
Die sogenannten Abnehmspritzen enthalten Wirkstoffe, die Darmhormone nachahmen: Semaglutid (Handelsnamen Ozempic für Diabetes, Wegovy zur Gewichtsreduktion) wirkt wie das Hormon GLP-1, Tirzepatid (Mounjaro) zusätzlich wie das Hormon GIP. Sie verstärken das Sättigungsgefühl, verlangsamen die Magenentleerung und verbessern die Blutzuckerregulation. Gespritzt werden sie einmal pro Woche mit einem Fertigpen unter die Haut. Ein älterer Wirkstoff ist Liraglutid (Saxenda, Victoza), der täglich gespritzt wird.
Zur Gewichtsreduktion sind die Mittel zugelassen für Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 oder ab 27, wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung wie Bluthochdruck oder Prädiabetes vorliegt – jeweils ergänzend zu Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Sie sind verschreibungspflichtig.
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Seltener kommen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenprobleme vor. Bei Tirzepatid kann die Wirkung der Antibabypille vermindert sein, worauf die Fachinformation hinweist. Wichtig zu wissen: Nach dem Absetzen nehmen viele Menschen wieder zu. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt zudem regelmäßig vor gefälschten Pens aus dem Internet – die Mittel sollten nur mit Rezept aus der Apotheke bezogen werden.
Wer bekommt die Abnehmspritze von der Krankenkasse bezahlt?
Hier kommt es auf den Zweck an:
- Bei Diabetes Typ 2: GLP-1-Medikamente wie Ozempic oder Mounjaro können zur Blutzuckersenkung auf Kassenrezept verordnet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt sie für medizinisch angezeigt hält. Es fällt die übliche Zuzahlung von 5 bis 10 Euro an.
- Zum Abnehmen: Hier zahlt die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich nicht. Nach Paragraf 34 Sozialgesetzbuch V sind Arzneimittel, die überwiegend zur Abmagerung, Appetitzügelung oder Regulierung des Körpergewichts dienen, als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel von der Erstattung ausgeschlossen. Das gilt auch bei krankhaftem Übergewicht. Wer etwa Wegovy oder Mounjaro zur Gewichtsreduktion verschrieben bekommt, erhält ein Privatrezept und zahlt selbst – je nach Präparat und Dosis meist mehrere hundert Euro im Monat.
- Private Krankenversicherung: Ob die Kosten übernommen werden, hängt vom Tarif und der medizinischen Notwendigkeit ab. Versicherte sollten vorab eine schriftliche Kostenzusage einholen. Beihilfestellen orientieren sich weitgehend an den gesetzlichen Ausschlüssen.
Ein Diabetes-Medikament wie Ozempic darf nicht einfach zum Abnehmen auf Kassenrezept verschrieben werden. In der Vergangenheit hat diese Praxis zu Lieferengpässen für Diabetes-Patienten beigetragen.
Ob der Ausschluss so bleibt, ist politisch umstritten. Fachgesellschaften fordern seit Längerem, Adipositas als chronische Krankheit anzuerkennen und Medikamente für schwer Betroffene zu erstatten. Eine Änderung bräuchte eine Gesetzesänderung. Andere Behandlungen bei starkem Übergewicht – etwa ein ärztlich begleitetes Ernährungs- und Bewegungsprogramm, digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf Rezept oder eine Magenoperation bei sehr hohem BMI – können dagegen von der Kasse übernommen werden, teils nach Einzelfallprüfung.
14. November
Weltdiabetestag – jedes Jahr am Geburtstag von Insulin-Mitentdecker Frederick Banting
Quelle: Internationale Diabetes-Föderation (IDF)
589 Mio.
Erwachsene (20–79 Jahre) weltweit mit Diabetes, Stand 2024
Quelle: IDF Diabetes Atlas, 11. Auflage
alle 3 Jahre
Check-up mit Blutzuckermessung für gesetzlich Versicherte ab 35
Quelle: § 25 SGB V / G-BA
Häufige Fragen
›Wann ist der Weltdiabetestag?
Der Weltdiabetestag ist jedes Jahr am 14. November, 2026 fällt er auf einen Samstag. Das Datum erinnert an den Geburtstag von Frederick Banting, der das Insulin mitentdeckte.
›Wo kann ich einen Diabetes-Risiko-Test kostenlos machen?
Den Deutschen Diabetes-Risiko-Test des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) gibt es kostenlos online, etwa über drs.dife.de oder diabinfo.de. Er dauert wenige Minuten und kommt ohne Blutabnahme aus, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.
›Wie oft zahlt die Krankenkasse eine Blutzuckermessung zur Vorsorge?
Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können alle drei Jahre einen Check-up beim Hausarzt machen, bei dem auch der Blutzucker bestimmt wird. Zwischen 18 und 34 Jahren gibt es einen einmaligen Check-up, Blutwerte werden dabei meist nur bei erhöhtem Risiko untersucht.
›Ab welchem Wert hat man Diabetes?
Diabetes liegt in der Regel vor, wenn der Nüchternblutzucker mindestens 126 mg/dl oder der Langzeitwert HbA1c mindestens 6,5 Prozent beträgt. Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt, meist nach wiederholter Messung.
›Zahlt die Krankenkasse die Abnehmspritze?
Zur Gewichtsreduktion zahlt die gesetzliche Krankenkasse Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro grundsätzlich nicht, weil Paragraf 34 SGB V solche Mittel von der Erstattung ausschließt. Bei Diabetes Typ 2 können GLP-1-Medikamente dagegen zur Blutzuckersenkung auf Kassenrezept verordnet werden.
›Was kostet die Abnehmspritze, wenn man sie selbst bezahlt?
Wer Wegovy oder Mounjaro zum Abnehmen auf Privatrezept bekommt, zahlt je nach Präparat und Dosis in der Regel mehrere hundert Euro im Monat. Die genauen Preise erfragen Sie am besten in der Apotheke.
›Kann man Diabetes Typ 2 rückgängig machen?
Bei vielen Menschen lässt sich Typ-2-Diabetes durch deutliche Gewichtsabnahme und mehr Bewegung so weit bessern, dass die Blutzuckerwerte wieder normal sind (Remission). Die Veranlagung bleibt aber bestehen, deshalb sind weiter regelmäßige Kontrollen nötig.
›Was ist der Unterschied zwischen Ozempic und Wegovy?
Beide enthalten den Wirkstoff Semaglutid. Ozempic ist zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, Wegovy in höherer Dosierung zur Gewichtsreduktion – nur Ozempic kann bei Diabetes auf Kassenrezept verordnet werden.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI recherchiert und geschrieben. So arbeiten wir